XING - Warum ich mehrmals im Jahr schweige

Chefin zu sein ist großartig, aber auch wahnsinnig anstrengend – und oft einsam. Als Führungskraft oder Unternehmer hat man schließlich selten jemanden an der Seite, der einem sagt, wie es in schwierigen Zeiten weitergeht. Für einen klaren Kopf hilft mir deshalb vor allem eins: schweigen!

Mir wird häufig vorgeworfen, dass ich auf zu vielen Hochzeiten gleichzeitig tanze. „Vanessa, wie schaffst du das eigentlich?“, höre ich dann oft, sobald ich von meinen Ehrenämtern erzähle, der Tatsache, dass ich neben meinem eigentlichen Unternehmen noch ein Start-up hochziehe oder mal wieder durch ganz Deutschland reise, um Vorträge zu halten. Natürlich klingt das viel und zeitlich gesehen ist es das auch, aber ich habe immer Spaß dabei, sonst könnte ich das alles wahrscheinlich auch gar nicht wuppen.

Und trotzdem hat dieser Eifer seine Schattenseiten: Mein eigener Anspruch, immer alles geben zu wollen und so Vorbild für andere zu sein, hat in der Vergangenheit schon oft dazu geführt, dass ich mich selbst aus den Augen verloren habe. Monatelang fehlte mir der Antrieb, die Gedanken drehten sich nachts im Kreis und wenn ich morgens aus dem Bett kroch, war ich schon komplett gerädert. Aus Angst, dass mir meine Offenheit als Schwäche ausgelegt würde, habe ich mein Tief lange verheimlicht und keinem davon erzählt. Bis zu dem Tag, an dem mir alles zu viel wurde und ich wahrscheinlich geradewegs in ein Burnout geschlittert wäre, wenn ich nicht die Reißleine gezogen und eine Auszeit genommen hätte.

Mir ging es eine Weile besser, bis ich Ende vergangenen Jahres schon wieder an meine Grenzen kam. Nicht etwa meine Motivation machte mir dieses Mal Sorgen, sondern meine finanziellen Ausgaben. Es war das erste Mal, dass ich große Investitionen getätigt und dadurch mehr ausgegeben habe, als ich das Jahr über eingenommen hatte. Das war neu für mich und ziemlich unangenehm, obwohl es doch eigentlich völlig normal ist, auch mal Miese zu machen, um in die Zukunft zu investieren. Weil ich das aber nicht gewohnt war und Angst hatte, mich vielleicht verkalkuliert zu haben, kreisten die Gedanken schon wieder. Plötzlich war ich mir unsicher, wo ich eigentlich hin will mit meinem Unternehmen und wie ich mir diesen Stress von der Seele schaufeln kann.

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