B2B MARKETING DAYS

Employer Branding: wie Werkzeug Weber sich als starke Arbeitgebermarke positioniert und dem Fachkräfte- und Azubimangel trotzt

15 und 16. Oktober 2019

Vanessa Weber zeigt anhand konkreter Beispiele wie sich das Mittelstandsunternehmen Werkzeug Weber GmbH & Co. Kg als starker Arbeitgeber platziert. Erfahren Sie, wie u.a. Storytelling und Arbeitgeber-Auszeichnungen gezielt eingesetzt werden können, um das Interesse von Fachkräften und Auszubildenden zu gewinnen und diese langfristig für das Unternehmen zu binden.

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Fachkräfte Recruiting - VERSTEHEN.GEWINNEN.BINDEN

Vortrag

11.11.2019 - Quadriga Forum, Berlin

Transformation der Arbeitgebermarke - Warum dies Chefsache ist und wie dies zum Wettbewerbsvorteil wird!

Warum die Unternehmenskultur immer noch Chefsache ist. Lasst uns nicht darüber diskutieren, sondern handeln. Vanessa Weber erzählt nicht nur ihre Story, sondern setzt Storytelling auch gezielt für die Arbeitgebermarke ein. Wie verschafft man sich Gehör in einem überlauten Markt? Ein grandioses Beispiel für ein KMU, wie man sich als Arbeitgeber positioniert.

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Frauen Wirtschafts Tage - IMPULSVORTRAG

Mittwoch 16.10.2019 18.30 - 21.30 Uhr

„MEIN WERKZEUGKASTEN FÜR NEUE HERAUSFORDERUNGEN“

Mit ihrem IMPULSVORTRAG möchte Vanessa Weber anhand ihrer Biografie Frauen Mut machen, Herausforderungen anzunehmen und unternehmerisch zu handeln – sei es als Führungskraft im Unternehmen, in der Geschäftsführung oder mit einem eigenen Unternehmen. Im Vortrag öffnet sie ihren ganz individuellen Werkzeugkasten und stellt uns die Werkzeuge vor, die ihr geholfen haben, neue verantwortungsvolle Wege einzuschlagen und die Frauen auch für sich nutzen können.

Vanessa Weber ist Geschäftsführerin der Firma Werkzeug Weber GmbH & Co. KG in Aschaffenburg und Unternehmerin aus Leidenschaft. Bereits als Kind hatte Vanessa Weber mit Werkzeugen aller Art zu tun, denn sie ist damit im elterlichen Betrieb aufgewachsen. Im Alter von 22 Jahren stand sie vor der großen Aufgabe, das Unternehmen als Nachfolgerin zu übernehmen.

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Wirtschaftsjunioren Aschaffenburg gewinnen zwei Landespreise 

Die Aschaffenburger Junioren Florian Reuter, Sonja Michel, Berenice Adriaensens, Matthias Hein, Vanessa Weber und Kreissprecher Marc Büttner mit Urkunden, Weinpräsent und Scheck auf der Preisverleihung in Erlangen

Die Aschaffenburger Junioren Florian Reuter, Sonja Michel, Berenice Adriaensens, Matthias Hein, Vanessa Weber und Kreissprecher Marc Büttner mit Urkunden, Weinpräsent und Scheck auf der Preisverleihung in Erlangen

Aschaffenburg, den 17. Juli 2019.

Bei der Verleihung der Landespreise der Wirtschaftsjunioren Bayern am Wochenende räumten die Aschaffenburger Junioren gleich doppelt ab: Der "GründerTurbo" konnte den 2. Platz in der Kategorie "bestes Kreisprojekt" ergattern und "Plant-for-the-Planet" gewann sogar den Hauptpreis in der Kategorie "beste Mitgliedergewinnung und Öffentlichkeitsarbeit". Das Licht unter den Scheffel zu stellen hilft bekanntlich selten – vor allem, wenn man Dinge nach vorne bringen möchte. Deshalb ruft der bayerische Landesverband der Wirtschaftsjunioren jährlich zu einem Wettbewerb auf und sucht die besten Projekte der rund 60 bayerischen Juniorenkreise. Die Verleihung der Preise für 2019 fand im Rahmen der Landeskonferenz in Erlangen statt.

Die Aschaffenburger Junioren reichten zwei Projekte ein. Der Arbeitskreis "Plant-for-the-Planet" nahm mit der Aktion "5.000 Bäume für Aschaffenburg" teil. Um den Jahreswechsel herum wurden per Crowdfunding Spenden gesammelt, um 5.000 Bäume in der Gemarkung Schweinheim/Obernau zu pflanzen. Mittels Social Media wurde darauf aufmerksam gemacht, mit Erfolg: Mit einem Gesamtspendenvolumen von über 10.000 Euro konnte das ursprüngliche Ziel sogar verdoppelt werden. Entsprechend stolz war Projektleiterin Vanessa Weber von Werkzeug Weber in Aschaffenburg.

Außerdem ging der Ideenwettbewerb "GründerTurbo" ins Rennen um die Landespreise. Das Projekt wendet sich an Menschen, die ihre Geschäftsidee vorantreiben wollen. Die ersten Schritte sind dabei für potentielle Gründer häufig am schwierigsten. Die Wirtschaftsjunioren Aschaffenburg setzen genau an dieser Stelle an und wollen angehenden Unternehmern mit dem "GründerTurbo" eine Starthilfe auf dem Weg in die Selbständigkeit geben. Zusätzlich zu einem Preisgeld profitieren die Gewinner vor allem von einem Mentoring-Programm, in dem Junioren sie mit ihrer Erfahrung in den Markt begleiten. Arbeitskreisleiter ist David Schellenberger von der Schera in Großwallstadt. Neben dem reinen Wettbewerb geht es den Wirtschaftsjunioren Bayern bei der Preisverleihung auch um Inspiration und Austausch für die einzelnen Kreise. Deshalb ist es so wichtig, miteinander über die unterschiedlichen Ideen zu sprechen, diese aufzunehmen und weiterzuentwickeln. Alle Teilnehmer werden in einem "Awardsbook" zusammengefasst, ganz nach dem Motto "Tue Gutes und Rede darüber". "Immer wenn Junioren aus anderen Kreisen nach Aschaffenburg kommen, staunen sie über unsere Projekte. Dennoch hat es einen dezenten Schubs der Landesvorsitzenden Marlen Wehner gebraucht, damit wir uns ein Herz fassen. Ein Doppel-Herz quasi, nachdem wir viele Jahre kein Projekt mehr für den Wettbewerb eingereicht hatten.", freut sich Marc Büttner, Kreissprecher der Aschaffenburger Junioren. Der Mut wurde belohnt: Gleich zwei Preise nahmen die Aschaffenburger mit nach Hause, quasi aus dem Stand. "300 Euro Preisgeld und einen guten Wein genießen wir gemeinsam bei unserem nächsten Treffen. Wenn das kein Anreiz ist, sein Licht auch in Zukunft nicht unter den Scheffel zu stellen", fasst Büttner selbstbewusst zusammen.

 

Über die Wirtschaftsjunioren

Die Wirtschaftsjunioren Deutschland (WJD) sind der größte Berufsverband für Jungunternehmer und Führungskräfte unter 40 Jahren. Die Mitglieder sind in über 200 Kreisverbänden organisiert. Im IHK Bezirk Aschaffenburg, der sich von Miltenberg bis Alzenau erstreckt, wird WJD vertreten durch die Wirtschaftsjunioren Aschaffenburg. Der Kreisverband Aschaffenburg hat rund 50 aktive Mitglieder aus verschiedenen Branchen: von Reinigungsspezialisten, Architekten, Logistikern, Autohändlern bis zu Herstellern von Messinstrumenten. Dieser Mix bringt eine Vielfalt an Erfahrungen und Sichtweisen zusammen, wie sie nur wenige Berufsverbände erreichen.

 

Weitere Informationen unter:

www.wj-ab.de (Verbandswebsite)

www.gt-ab.de (Website GründerTurbo)

www.pftp-ab.de (Website Plant-for-the-Planet)

Wir wollen Super-Boss werden! – Chef nominieren und Preise für die ganze Firma gewinnen

23. Juni 2019

BAYER. UUNTERMAIN. Machen wir uns nichts vor: Ein guter Arbeitsplatz ist wie ein „Sechser“ im Lotto. Gute Arbeitszeiten, kaum Überstunden, ein freundliches Klima unter den Kollegen. Das alles geht nur mit einem tollen Chef, einem echten Super-Boss. Und genau diesen Super-BOSS sucht PrimaSonntag seit vergangenem Wochenende. Zahlreiche Bewerbungen sind bereits in unserer Redaktion eingegangen. Und heute zeigen wir Ihnen die ersten Super-Bosse!

Vanessa Weber, Geschäftsführerin der Firma Werkzeug Weber in Aschaffenburg

„Sie ist die Super Chefin, weil sie uns nicht nur als Mitarbeiter sieht, sondern als Freunde und uns selbst. Außerdem unterstützt sie einige soziale Projekte, zum Beispiel „Plant for the Planet“ oder die „Malteser Therapiebegleithunde Aschaffenburg““, erklärt Sybille Stier aus Kleinostheim. Allerdings sei dies nicht der einzige Grund für die Bewerbung: „Gerne lässt sie sich auch mal etwas Besonderes einfallen, wie zum Beispiel das ehemalige Eis-Taxi oder Pizza zur Mittagspause. Sie hat immer ein offenes Ohr für uns. Also hier ist man als Mitarbeiter keine x-beliebige Nummer. Unter ihr macht es einfach richtig Spaß zu arbeiten!“

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Qua­li­fi­zie­rungs­of­fen­si­ve

Bundesministerium für Arbeit und Soziales

3 Fragen an...

Haben Sie schon mal über eine berufliche Weiterbildung nachgedacht? Gründe gibt es dafür viele, wie zum Beispiel neue Anforderungen im Unternehmen oder der Wunsch nach beruflicher Veränderung. Dabei unterstützt Sie die Qualifizierungsoffensive des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales. Unsere Filmbeispiele zeigen, warum sich Weiterbildung lohnt.

Vanessa Weber, Geschäftsführerin Werkzeug Weber GmbH &Co. KG

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Warum Sie regelmäßig ihre Werte „auf den Prüfstand stellen“ sollten

Wertebasiertes Führen ist nicht nur ein Buzzword aus dem New-Work-Kosmos, sondern die Grundlage für ein gutes Miteinander in der Firma. Vanessa Weber erzählt, wie sie das Leitbild für ihr Familienunternehmen ins digitale Zeitalter übertragen hat und gibt Tipps, wie Unternehmer ihre Werte definieren können.

Ich war 22 Jahre alt, als ich unser Familienunternehmen von meinem Vater übernommen und angefangen habe, einen eigenen Führungsstil zu entwickeln. Der hat sich natürlich zunächst an den bestehenden Strukturen orientiert. Doch mit den Jahren hat meine Art zu führen sich natürlich verändert und den Gegebenheiten angepasst. Es sind neue Mitarbeiter ins Team gekommen, wir sind gewachsen und haben uns, vor allem im Rahmen der Digitalisierung, selbstverständlich auch als Unternehmen gewandelt.

Und weil diese Change-Prozesse ja nie ganz abgeschlossen sind, finde ich es so wichtig, unsere Werte und damit verbunden meinen wertebasierten Führungsstil regelmäßig zu hinterfragen und auf die Probe zu stellen – und natürlich auch mit meinem Team anzugleichen. Klar, am Ende bin ich die Chefin und muss die Verantwortung tragen, aber ein Team funktioniert einfach besser und kann authentischer für die Firma einstehen, wenn man sich auf ein gemeinsames Leitbild einigt, das man nach innen und außen transportiert. Der wichtigste Schritt dafür? Überhaupt erst mal loslegen.

3 Tipps, wie ich meine Unternehmenswerte gefunden habe

1. Finde dich selbst

Was ich ziemlich schnell festgestellt habe: Um andere anleiten zu können, hilft es, sich zunächst vor allem selbst kennenlernen. Die Stärken, Schwächen und all jenes, was einem – gerade im Arbeitsumfeld – wichtig ist. Wir glauben immer, dass uns unsere eigenen Werte eh klar sind, aber mir persönlich werden sie deutlich bewusster, wenn ich sie ausformuliere, aufschreibe und mit meinem Selbstbild abgleiche. Ich habe dafür zum Beispiel verschiedene Seminare belegt und mit Fachleuten zusammengearbeitet. Besonders das Erstellen eines HDI-Profils (ein Modell zur Denkstil-Analyse) fand ich sehr hilfreich, um mir meine Persönlichkeit – quasi aus wissenschaftlicher Perspektive – vor Augen führen zu lassen. Ich bin zum Beispiel vor allem der „gelbe und grüne Typ“, das heißt, dass ich sehr empathisch bin und mich gut in meine Mitarbeiter und in Situationen einfühlen kann. Was zum einen wunderbar ist, was es in schwierigen Situationen aber manchmal eben auch schwer macht, hart durchzugreifen, wenn das angesagt ist. Um meinen Werten trotzdem treu bleiben zu können, habe ich mir in diesem Fall einen Betriebsleiter an Bord geholt, der mich unterstützt und ergänzt mit seinen Eigenschaften.

2. Raus aus der Komfortzone für neue Impulse

Womit ich gute Erfahrung gemacht habe: In regelmäßigen Abständen gemeinsam das gewohnte Arbeitsumfeld verlassen und mit Hilfe von externen Tools neue Wege gehen. Gerade Outdoortraining umfasst eben eine ganz andere Art des Lernens als das ein Buch das man liest oder ein Vortrag das abbilden können. Draußen in der Natur bei Outdoortrainings ist einem sofort ersichtlich, was passiert – Mitarbeit und schnelle Reaktion sind gefragt, statt nur passiv das Wissen anderer zu konsumieren.

Man führt zum Beispiel einen anderen Teilnehmer, dem die Augen verbunden werden, durch den Wald oder man klettert mit einer „blinden“ Person einen Berg hoch und muss gemeinsam anleiten. Es ist spannend zu sehen, wie unterschiedlich Menschen in derselben Situation agieren. Ich persönlich leite zum Beispiel lieber über Worte statt über die Hand – das ist zwar am Anfang schwieriger, aber nur so findet der Mitarbeiter seinen eigenen Weg und kann langfristig firmeninterne Werte wie Vertrauen, Teamwork und Wertschätzung aufbauen. Ich finde, solch ein Training fördert Selbstständigkeit und die Möglichkeit zur freien Entwicklung und kann es in Sachen Wertefindung nur empfehlen.

3. Konkret und sichtbar werden

Werte sind ein Thema, das sich schwer greifen lässt, weil jeder Mensch bestimmte Begrifflichkeiten anders interpretiert und Wertesysteme unterschiedlich auslegt. Um aber wertebasiertes Führen in einem Unternehmen wirklich zu leben, braucht es ein gemeinsames Verständnis von Begrifflichkeiten und Verhaltensweisen, eine Art Kodex. Darum haben mein Team und ich gemeinsam mit meinem Freund und Coach Cay von Furnier in verschiedenen Übungen Worte, die unsere Unternehmenswerte wiedergeben, regelrecht auseinandergenommen und ganz konkret definiert. Damit auch wirklich jedem Einzelnen klar ist, was wir mit den einzelnen Begriffen meinen und was das für die interne sowie externe Kommunikation bedeutet. Daraus entstanden sind unsere 12 Leitbegriffe, die wir sichtbar an den Wänden angebracht haben, sowie Karten mit unseren Zielen, die jeder auf dem Schreibtisch stehen hat, um seine tägliche Arbeit damit abzugleichen. Jeden Monat stellen wir einen Begriff in den Fokus, aktuell zu Beispiel „Freundlichkeit“.

Manche Werte bleiben

Meine Werte treiben mich an und leiten mir nicht nur den Weg als Führungskraft, sondern helfen mir außerdem, im Unternehmenskontext Entscheidungen zu treffen. Eben darum werde ich auch in Zukunft einen wichtigen Fokus darauflegen und sie gemeinsam mit dem Team weiterentwickeln. Ein Wert, der für mich aber gerade als Führungskraft eines Familienunternehmens immer gelten wird, ist der des ehrbaren Kaufmanns. Denn Vertrauen, Ehrlichkeit und Verbindlichkeit werden auch in einer modernen, digitalen Welt – zumindest für mich – niemals aus der Mode kommen.

Artikel - Insider für Unternehmertum, Marketing, Nachfolge, Führung

„Ich habe noch nie eine Stellenanzeige geschaltet“

Bewerbungen bekommen, ohne Anzeigen zu schalten, davon träumen viele Unternehmer. Vanessa Weber schafft das Kunststück – dank einer starken Arbeitgebermarke. Hier erklärt sie ihr Erfolgsgeheimnis.

Diese Woche musste ich mal wieder einer Bewerberin absagen. Sie hatte mir eine Initiativbewerbung geschickt; allerdings suchen wir momentan keine neuen Leute.

Ich bekomme jeden Monat ein bis zwei Initiativbewerbungen. Andere Unternehmer staunen oft, wenn ich das erzähle. Die Klage darüber, dass der Arbeitsmarkt leergefegt sei, ist ein beliebtes Smalltalk-Thema.

Was also mache ich anders als andere? Schließlich ist weder meine Firma besonders groß (26 Mitarbeiter), noch ist mein Geschäft (Werkzeughandel) wahnsinnig sexy.

Eine Antwort auf diese Frage fand ich in der E-Mail, die mir die Bewerberin auf meine Absage hin schickte. Sie schrieb: „Sehr schade. Ich verfolge Ihre Unternehmenspolitik seit dem letztjährigen Zeitungsartikel im ‚Main-Echo‘ über Sie und hatte mir vorgenommen, sollte ich irgendwann auf Stellensuche sein, es auf jeden Fall bei Ihnen zu probieren. Vielleicht könnten Sie meine Bewerbung im Hinterkopf behalten.“

Schon in ihrer Bewerbung hatte sie geschrieben: „Ich schätze es sehr, dass Sie die Menschen hinter dem Arbeitsplatz sehen.“ Diese Frau möchte also bei Werkzeug Weber arbeiten, weil sie gern mit mir arbeiten würde! Dabei kennt sie mich gar nicht persönlich – sie hat nur in der Zeitung über mich gelesen.

Es ist mir also offenbar gelungen, eine Arbeitgebermarke zu kreieren: Menschen verbinden etwas mit mir und meinem Unternehmen. Für sie ist Werkzeug Weber eine Firma, bei der sie gern arbeiten würden. Wie habe ich das geschafft?

1. Ich tue Gutes – und rede drüber

In dem Zeitungsartikel, auf den sich die Bewerberin bezieht, ging es um mein gesellschaftliches und soziales Engagement. Ich bin ehrenamtlich sehr aktiv, unterstütze zum Beispiel die Baumpflanz-Initiative Plant-for-the-Planet und setze gemeinsam mit meinen Mitarbeitern beim „Werkzeug Weber hilft“-Tag soziale Projekte in der Region um. Außerdem engagiere ich mich bei den Wirtschaftsjunioren und coache Start-ups als Mentorin.

Ich weiß, dass viele andere Unternehmer ebenfalls viel Gutes tun. Allerdings reden sie nicht gern darüber. Stattdessen verstecken sie sich hinter ihrer Firma, sagen „wir“ statt „ich“, stapeln tief – und überlassen anderen die Bühne.

Ich halte das für falsche Bescheidenheit. Denn auch wenn wir Inhaber kleiner Unternehmen nicht so hohe Gehälter zahlen können wie Konzerne, in diesem Punkt sind wir den Großen überlegen: Wir sind menschlich, wir sind nahbar. Wir wollen etwas bewegen, gemeinsam mit unseren Mitarbeitern. Wir sind begeistert von unseren Unternehmen – und diese Begeisterung spürt man. Das ist eine Riesenchance. Und die sollten wir nutzen.

2. Ich lasse mich von Rückschlägen nicht entmutigen

Ich habe einen PR-Agenten, halte Kontakt zur Presse. Und natürlich kenne ich trotzdem den Moment der Enttäuschung, wenn meine Themen in den Medien nicht aufgegriffen werden. „Das wäre doch eine super Story gewesen!“, denke ich dann manchmal frustriert.

Nun engagiere ich mich aber nicht deswegen ehrenamtlich, weil ich eine Arbeitgebermarke kreieren will oder weil ich es schön finde, mein Foto in der Zeitung zu sehen. Ich engagiere mich für Dinge, die mir ein echtes Anliegen sind; die Arbeitgebermarke ist quasi nur das Nebenprodukt (aber keinesfalls ein Abfallprodukt!).

Also mache ich weiter – gar keine Frage! Und vielleicht klappt es beim nächsten Mal mit der Berichterstattung. Wenn ich aber nicht trommele für das, was mir wichtig ist, kann ich nicht erwarten, dass jemand auf mich aufmerksam wird. Das wäre ja so, als würde ich darauf hoffen, im Lotto zu gewinnen, obwohl ich gar nicht Lotto spiele.

3. Ich nehme mir Zeit

Für ehrenamtliches Engagement investiere ich sicher einen bis zwei Arbeitstage im Monat; dazu kommen Abende und Wochenenden und das Geld, das ich spende. Das ist nicht wenig. Aber ich habe meine Firma so aufgestellt, dass ich mir diese Zeit nehmen kann. Meine Mitarbeiter halten mir den Rücken dafür frei.

Denn mal ganz davon abgesehen, dass ich der Gesellschaft etwas zurückgeben will: Meine Strategie lohnt sich auch unternehmerisch für mich. Ich habe seither keine Stellenanzeige mehr geschaltet, wenn ich eine Neueinstellung vorhatte. Wenn ich höre, was andere Unternehmen für Anzeigen bei Monster oder Stepstone ausgeben … für das Geld kann ich etliche Bäume pflanzen.

4. Ich habe Geduld und denke langfristig

Ein Artikel in der Zeitung und schon stapeln sich die Bewerbungen auf dem Schreibtisch? Ganz so einfach ist es nicht. Trotzdem höre ich – nicht nur von der Bewerberin, die ich leider ablehnen musste – immer wieder, dass mein ehrenamtliches Engagement gesehen wird. Es zahlt sich also aus, hier langfristig zu denken: Angestellte, die nicht gerade aktiv eine neue Stelle suchen, schauen sich wahrscheinlich keine Stellenanzeigen an – aber vielleicht trotzdem in die Regionalzeitung. Wenn sie da was über mich lesen, bleibt unser Name vielleicht hängen.

Entscheidend finde ich ohnehin nicht die Menge der Bewerbungen, sondern die Qualität. Mir ist es wichtig, dass meine Mitarbeiter meine Werte teilen. Bewirbt sich jemand, weil mein soziales Engagement ihn beeindruckt hat, dann passt diese Person sehr wahrscheinlich gut in unser Team.

Dass sich Geduld und Hartnäckigkeit am Ende auszahlen, habe ich erst kürzlich wieder erlebt. Ich hatte schon seit drei, vier Jahren einen Außendienstler im Auge. Er war ein echter Wunschkandidat für mich, arbeitete allerdings für einen großen Wettbewerber. Ich habe ihm schon vor einiger Zeit deutlich signalisiert, dass meine Tür für ihn immer offensteht. Bis er auf mich zukam: Ob das Angebot noch stehe? Inzwischen ist er zu mir gewechselt – nach 18 Jahren in seinem alten Job. Warum er diesen Schritt gemacht hat, habe ich ihn gefragt. Seine Antwort: „Mich hat letzten Endes vor allem die Person Vanessa Weber und die Stimmung der Mitarbeiter des Unternehmens überzeugt.“

5. Meine Mitarbeiter sind die besten Recruiter

Wenn ich eine Stelle zu besetzen habe, informiere ich zu allererst meine Mitarbeiter darüber. Es hat sich bewährt, dieses Firmennetzwerk anzuzapfen. Oft kennen meine Mitarbeiter jemanden, der gut zu uns passt – sei es ein Nachbar, eine Freundin oder ein früherer Kollege. Auf diese Weise kam zum Beispiel ein super Innendienstmitarbeiter zu uns. Er hatte vorher lange als Automechaniker gearbeitet und wollte sich verändern. Dank des Kontakts zu einem Mitarbeiter hat er den Weg zu uns gefunden. Unser Vertriebsleiter hat sich ein sensationelles Netzwerk in der Branche aufgebaut, das ist Gold wert! Das hat uns schon sehr oft geholfen. Die eigenen Mitarbeiter sind oft die besten Recruiter. Und natürlich sagt es auch etwas aus, wenn Mitarbeiter Bekannte oder Freunde ins Unternehmen holen. Es zeigt, dass sie sich bei uns wohlfühlen und uns als Arbeitgeber weiterempfehlen.

Wie schaffen Sie es, eine Arbeitgebermarke aufzubauen? Ich bin mir sicher, auch Sie sind engagiert in Ihrer Region und leisten Ihren Beitrag. Welche Geschichte über sich sollten Sie in Zukunft mehr erzählen? Welche Tipps haben Sie für andere? Was hat bei Ihnen gut funktioniert? Ich bin gespannt auf Ihre Kommentare!

Artikel auf IMPILSE.de, vom 24.05.2019